Die Stanford-Psychiatrie hat einen Zuschuss erhalten, um eine neuartige Idee zu erforschen: Das absichtliche Erzeugen eines 'biopsychologischen Mismatch' während des kognitiven Trainings bei leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) könnte das Training effektiver machen, um die Alltagsfunktionen zu verbessern.
Die Forschung
Forscher der Stanford University School of Medicine, unter der Leitung eines Teams der Abteilung für Psychiatrie und Verhaltenswissenschaften, starten eine durch einen aktuellen Zuschuss finanzierte Studie. Das Projekt konzentriert sich auf MCI, einen Zustand, bei dem Menschen einen merklichen kognitiven Rückgang haben, der jedoch nicht schwerwiegend genug ist, um das tägliche Leben zu beeinträchtigen. Das Team wird testen, ob die Induktion einer spezifischen Art von 'Mismatch' – wahrscheinlich eine absichtliche Diskrepanz zwischen dem, was das Gehirn erwartet, und dem, was die Aufgabe bietet – während des kognitiven Trainings den 'Transfer' fördern kann. Transfer ist der heilige Gral des Gehirntrainings: die Fähigkeit, dass Verbesserungen bei einer Trainingsaufgabe auf untrainierte, reale kognitive Herausforderungen übertragen werden.
Während spezifische Details des Protokolls noch nicht öffentlich sind, basiert das Konzept auf der Idee, dass das Gehirn am besten lernt, wenn es gerade über seine aktuelle Komfortzone hinaus gefordert wird. Durch die Einführung eines kontrollierten Mismatch könnte das Training das Gehirn dazu zwingen, sich flexibler anzupassen und möglicherweise neuronale Netzwerke zu stärken, die breite kognitive Funktionen unterstützen. Das Stanford-Team plant, sowohl biologische Marker (wie Gehirnaktivität) als auch psychologische Reaktionen (wie Motivation und Engagement) zu messen, um zu verstehen, wie dieser Mismatch Lernen und Transfer beeinflusst.
Warum es wichtig ist
Für alle, die daran interessiert sind, ihren Geist scharf zu halten, könnte diese Forschung große Auswirkungen haben. Aktuelle Gehirntrainingsprogramme zeigen oft Verbesserungen bei den trainierten Aufgaben, aber wenig Nutzen für untrainierte Fähigkeiten. Wenn der 'Mismatch'-Ansatz funktioniert, könnte er zu effektiveren Trainingsprogrammen führen, die Menschen mit MCI – und vielleicht auch gesunden Erwachsenen – tatsächlich helfen, im Alltag besser zu denken. Es unterstreicht auch die Bedeutung der Individualisierung des Trainings: Was für den einen eine 'gute' Herausforderung ist, könnte für den anderen zu einfach oder zu schwer sein. Die Betonung biopsychologischer Faktoren in der Studie unterstreicht, dass unsere Emotionen und Gehirnzustände eine Rolle beim Lernen spielen, nicht nur die Übungen selbst.
Was Sie tun können
Sie können dieses Prinzip noch heute anwenden: Wenn Sie Ihr Gehirn trainieren, wiederholen Sie nicht nur einfache Aufgaben. Fordern Sie sich bis an den Rand Ihrer Fähigkeiten, wo Sie Fehler machen, aber mit Anstrengung noch Erfolg haben können. Diese 'wünschenswerte Schwierigkeit' ähnelt dem Mismatch, den Stanford untersuchen möchte. Probieren Sie ein schwierigeres Rätsel als gewöhnlich, lernen Sie eine neue Fähigkeit oder ändern Sie Ihre Routine, um Ihr Gehirn zur Anpassung zu bringen.
Quelle: Google News: IQ & cognition
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