Eine neue Studie des Trinity College Dublin zeigt, dass die Ausübung einer Vielzahl stimulierender Aktivitäten im mittleren Lebensalter die kognitive Widerstandsfähigkeit stärker aufbauen kann als der häufigste genetische Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit.
Die Forschung
Forscher unter der Leitung von Professor Lorina Naci vom Trinity College Institute of Neuroscience und dem Global Brain Health Institute analysierten Daten von 700 kognitiv gesunden Erwachsenen im Alter von 40–59 Jahren aus ganz Irland und Großbritannien, die im Rahmen einer 10-jährigen Längsschnittstudie erhoben wurden. Ein Drittel der Teilnehmer trug das APOE-ε4-Gen, den stärksten bekannten genetischen Risikofaktor für Alzheimer im späten Lebensalter. Das Team untersuchte die Auswirkungen von Aktivitäten wie dem Spielen eines Musikinstruments, Reisen, Treffen mit Freunden, körperlicher Bewegung, Lesen, dem Erlernen einer zweiten Sprache und künstlerischen Hobbys.
Die im Journal of Alzheimer's & Dementia: Diagnosis, Assessment and Disease Monitoring veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die positiven kognitiven Effekte dieser Lebensstilaktivitäten beim ersten Besuch der Teilnehmer stärker waren als der negative Zusammenhang mit dem APOE-ε4-Gen. Depressive Symptome und Schädel-Hirn-Traumata waren die schädlichsten veränderbaren Risikofaktoren, gefolgt von Diabetes, Bluthochdruck und schlechtem Schlaf.
Warum es wichtig ist
Diese Forschung unterstreicht, dass die kognitive Gesundheit Jahrzehnte vor dem Auftreten typischer Symptome aktiv gestärkt werden kann. Im Gegensatz zu Studien, die sich auf ältere Erwachsene konzentrieren, hebt diese Arbeit ein Zeitfenster in der Lebensmitte (40–59 Jahre) hervor, in dem Lebensstilinterventionen besonders wirkungsvoll sind. Vielfalt war entscheidend: Eine Mischung aus körperlichen, sozialen und geistigen Aktivitäten war wirksamer als jede einzelne Gewohnheit.
Was Sie tun können
Um kognitive Reserven aufzubauen, integrieren Sie vielfältige Aktivitäten in Ihren Alltag: Erlernen Sie ein Musikinstrument, reisen Sie an neue Orte, schließen Sie sich einer sozialen Gruppe an, treiben Sie regelmäßig Sport, lesen Sie oder üben Sie eine zweite Sprache. Vermeiden oder behandeln Sie depressive Symptome, Kopfverletzungen, Diabetes, Bluthochdruck und Schlafprobleme.
Quelle: Neuroscience News
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