Das mittlere Alter in Amerika ist heute laut einer neuen länderübergreifenden Studie von zunehmender Einsamkeit, Depression und Gedächtnisverlust geprägt – und dieser Trend ist nicht unvermeidlich.
Die Forschung
Der Psychologe Frank J. Infurna von der Arizona State University und Kollegen analysierten Daten aus 17 Ländern und verglichen Generationen, die in den 1960er und frühen 1970er Jahren geboren wurden, mit früheren Kohorten. Die in Current Directions in Psychological Science veröffentlichte Studie ergab, dass Amerikaner in der Lebensmitte deutlich höhere Werte an Einsamkeit und Depression sowie ein schlechteres Gedächtnis und eine geringere körperliche Kraft aufwiesen als ihre Vorgänger.
Bemerkenswerterweise war dieser Rückgang nicht in allen wohlhabenden Nationen einheitlich. In nordeuropäischen Ländern verbesserten sich Wohlbefinden und Gesundheit in der Lebensmitte im Laufe der Zeit. Die Forscher führen den Abschwung in den USA auf fehlende familienunterstützende Maßnahmen, zunehmende Einkommensungleichheit und finanzielle Belastungen zurück.
So haben die europäischen Nationen seit den frühen 2000er Jahren die Ausgaben für Familienleistungen erhöht, während die Ausgaben in den USA stagnierten. Erwachsene in Ländern mit stärkeren Unterstützungssystemen berichteten über geringere Einsamkeit und geringere Anstiege im Laufe der Zeit, während die Einsamkeit unter Amerikanern stetig zunahm. Hohe Gesundheitskosten und Ausgaben aus eigener Tasche hielten von Vorsorgeuntersuchungen ab und erhöhten den Stress, während die Einkommensungleichheit in den USA zunahm, in Europa jedoch stabil blieb.
Am auffälligsten ist vielleicht: Selbst mit mehr Bildung zeigen neuere Generationen mittleren Alters ein schlechteres Gedächtnis – ein Befund, der mit chronischem Stress und weniger sozialen Kontakten zusammenhängt.
Warum das wichtig ist
Für Ihr eigenes Gehirn zeigt diese Forschung, dass das Wohlbefinden in der Lebensmitte nicht nur von individuellen Entscheidungen wie Bewegung oder Ernährung abhängt – obwohl diese wichtig sind. Soziale Unterstützung, finanzielle Sicherheit und politische Schutzmaßnahmen spielen eine entscheidende Rolle. Auch wenn Sie die nationale Politik nicht ändern können, können Sie Resilienz aufbauen, indem Sie in Beziehungen, Finanzplanung und Stressmanagement investieren.
Gedächtnisverlust ist nicht unvermeidlich; er kann durch kognitive Aktivität und durch die Bekämpfung von Einsamkeit verlangsamt werden, die ein Risikofaktor für Demenz ist.
Was Sie tun können
- Stärken Sie soziale Kontakte: Vernetzen Sie sich regelmäßig mit Familie und Freunden, treten Sie Gemeinschaftsgruppen bei oder engagieren Sie sich ehrenamtlich.
- Bewältigen Sie finanziellen Stress: Erstellen Sie ein Budget, suchen Sie Finanzberatung oder erkunden Sie Hilfsprogramme.
- Trainieren Sie Ihr Gehirn: Nutzen Sie Gedächtnisspiele oder Rätsel, um Ihren Geist aktiv zu halten.
- Priorisieren Sie Vorsorge: Planen Sie Check-ups und gehen Sie gesundheitliche Probleme frühzeitig an.
Quelle: ScienceDaily Mind & Brain
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