Die überlegenen räumlichen Fähigkeiten von Männern könnten ein zweischneidiges Schwert sein: Eine neue Studie deutet darauf hin, dass diese kognitive Stärke anfälliger für Umweltstress ist als der Vorteil von Frauen bei der Emotionserkennung.
Die Forschung
David C. Geary (University of Missouri), David Giofrè (University of Genoa), Marcia Collaer (Middlebury College), Richard A. Lippa (California State University, Fullerton) und Lewis G. Halsey (University of Roehampton) analysierten Daten von über 200.000 Teilnehmern aus 58 Ländern. Sie testeten, ob sexuell selektierte Merkmale – die bei einem Geschlecht ausgeprägter sind – kostspieliger in der Entwicklung und daher empfindlicher gegenüber Stressfaktoren sind. Sie verglichen den Vorteil von Männern bei räumlichen Fähigkeiten und den von Frauen bei der Emotionserkennung mit dem Entwicklungsstand jedes Landes (als Indikator für die Stressbelastung).
Die am 5. Mai 2026 in Evolution and Human Behavior veröffentlichten Ergebnisse zeigten, dass der räumliche Vorteil von Männern in Ländern mit geringerer Stressbelastung größer war. Der Vorteil von Frauen bei der Emotionserkennung variierte jedoch nicht zwischen den Ländern. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Stichproben in Ländern, in denen die räumliche Kognition von Männern beeinträchtigt war, zu Personen mit höherem Einkommen verzerrt waren, was bedeutet, dass die tatsächliche Wirkung von Stress auf die räumlichen Fähigkeiten von Männern wahrscheinlich unterschätzt wird.
Warum es wichtig ist
Diese Forschung legt nahe, dass kognitive Fähigkeiten, die bei einem Geschlecht stärker ausgeprägt sind, besonders empfindlich auf frühkindliche Bedingungen und aktuelle Stressfaktoren reagieren können. Bei Männern könnten räumliche Fähigkeiten – oft verbunden mit Aufgaben wie Navigation, Ingenieurwesen oder Chirurgie – durch Faktoren wie Armut, Unterernährung oder Umweltverschmutzung beeinträchtigt werden. Bei Frauen könnte die Emotionserkennung widerstandsfähiger sein. Das Verständnis dieser geschlechtsspezifischen Anfälligkeiten kann helfen, Bildungs- und Politikmaßnahmen anzupassen, um die kognitive Entwicklung für alle zu unterstützen.
Was Sie tun können
Sie können zwar das Stressniveau Ihres Landes nicht ändern, aber Sie können persönlichen Stress durch Bewegung, Schlaf und Achtsamkeit bewältigen. Die Beschäftigung mit räumlichen Aktivitäten – wie Puzzles, 3D-Modellierung oder sogar Videospielen – kann helfen, die räumliche Kognition zu erhalten und zu verbessern. Erwägen Sie, Ihre kognitive Leistung im Laufe der Zeit mit evidenzbasiertem Gehirntraining zu verfolgen.
Quelle: arXiv q-bio.NC
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