Ihre Nase könnte Alzheimer Jahre vor Symptombeginn erkennen
Ein nachlassender Geruchssinn könnte eines der frühesten Warnzeichen für Alzheimer sein und sogar noch vor merklichen Gedächtnisproblemen auftreten. Neue Forschungsergebnisse zeigen, wie das eigene Immunsystem des Gehirns zu diesem frühen Symptom beiträgt.
Die Forschung: Immunzellen greifen Geruchsverbindungen an
Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Ludwig-Maximilians-Universität München untersuchten Mäuse mit Alzheimer-ähnlichen Merkmalen, analysierten menschliches Gehirngewebe von verstorbenen Patienten und untersuchten PET-Scans von Personen mit Alzheimer oder leichter kognitiver Beeinträchtigung. Ihre Ergebnisse, die im April 2026 in Nature Communications veröffentlicht wurden, zeigen, dass Immunzellen namens Mikroglia aktiv Nervenfasern zerstören, die zwei wichtige Gehirnregionen verbinden: den Riechkolben (der Geruchssignale verarbeitet) und den Locus coeruleus (der die sensorische Verarbeitung reguliert).
Dr. Lars Paeger, Wissenschaftler am DZNE und der LMU, erklärt: "Unsere Studie legt nahe, dass bei früher Alzheimer-Erkrankung Veränderungen in den Nervenfasern auftreten, die den Locus coeruleus mit dem Riechkolben verbinden. Diese Veränderungen signalisieren den Mikroglia, dass betroffene Fasern defekt oder überflüssig sind. Folglich bauen die Mikroglia sie ab."
Die Forscher identifizierten spezifische Veränderungen in den Membranen dieser Nervenfasern. Sie fanden heraus, dass Phosphatidylserin, ein Fettmolekül, das normalerweise innerhalb der Neuronenmembran liegt, an die äußere Oberfläche gewandert war. "Das Vorhandensein von Phosphatidylserin an der Außenseite der Zellmembran ist als 'Friss-mich'-Signal für Mikroglia bekannt", sagt Paeger. Das Team geht davon aus, dass diese Verschiebung durch die Hyperaktivität betroffener Neuronen aufgrund der Alzheimer-Erkrankung ausgelöst wird.
Warum dies für Ihre Gehirngesundheit wichtig ist
Diese Entdeckung ist wichtig, weil die Früherkennung von Alzheimer für wirksame Interventionen entscheidend ist. Aktuelle Behandlungen wie Amyloid-beta-Antikörper wirken am besten, wenn sie früh im Krankheitsprozess verabreicht werden. Indem Geruchsverlust als potenzieller Frühmarker identifiziert wird, könnten Ärzte Risikopersonen früher screenen und durch frühere Behandlung möglicherweise den kognitiven Abbau verzögern.
Für alle, die sich für ihre kognitive Gesundheit interessieren, bietet das Verständnis, dass sensorische Veränderungen wie Geruchsverlust mit der Gehirngesundheit zusammenhängen könnten, einen weiteren Grund, auf subtile Veränderungen in den Signalen Ihres Körpers zu achten. Obwohl nicht jeder mit Geruchsproblemen Alzheimer hat, rechtfertigen anhaltende Veränderungen der Sinneswahrnehmung medizinische Aufmerksamkeit.
Was Sie tun können
- Überwachen Sie Ihre Sinne: Achten Sie auf anhaltende Veränderungen Ihrer Fähigkeit, vertraute Gerüche wie Kaffee, Blumen oder Gewürze zu riechen.
- Suchen Sie eine Bewertung: Wenn Sie einen signifikanten, unerklärlichen Geruchsverlust bemerken, besprechen Sie dies mit einem Gesundheitsdienstleister, der beurteilen kann, ob weitere Tests angemessen sind.
- Bleiben Sie informiert: Folgen Sie seriösen Quellen wie ScienceDaily für Updates zur Gehirngesundheitsforschung.
Quelle: ScienceDaily Mind & Brain
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