Eine umfassende bildgebende Gehirnstudie der University of Kansas zeigt, dass Frauen, die im Laufe ihres Lebens mehr Östrogen ansammeln – durch frühzeitige Einnahme hormoneller Verhütungsmittel, späte Menopause oder menopausale Hormontherapie – tendenziell größere Gehirnvolumina und dickere Kortizes in wichtigen Gedächtnis- und Verarbeitungsregionen aufweisen. Die Ergebnisse unterstreichen die langfristige neuroprotektive Rolle von Östrogen.
Die Forschung
Forscher unter der Leitung von Amber Watts, Professorin für Psychologie an der KU, untersuchten 459 Frauen im Alter von 65 bis 80 Jahren. Sie bewerteten drei Quellen der Östrogenexposition: die Verwendung hormoneller Verhütungsmittel im jungen Erwachsenenalter, die Verwendung einer menopausalen Hormontherapie (MHT) und die natürliche Dauer der Östrogenexposition basierend auf dem Alter bei der Menopause. Gehirnscans zeigten, dass Frauen mit einer höheren kumulativen Östrogenexposition signifikant größere Volumina in Regionen wie dem Hippocampus (entscheidend für das Gedächtnis) und dickere zerebrale Kortizes in Bereichen aufwiesen, die typischerweise von der Alzheimer-Krankheit betroffen sind.
Die im Juni 2026 in NeuroImage veröffentlichte Studie ergab, dass die Vorteile selbst Jahrzehnte nach der Einnahme von Verhütungsmitteln messbar waren. „Es zeigt eine schützende Wirkung – die Verwendung östrogenbasierter Hormontherapien war vorteilhaft für das Gehirn älterer Frauen“, sagte Watts. Sie betont, dass dies eine der ersten Studien ist, die die gesamte Lebensspanne der Hormonexposition von der Adoleszenz bis zur Menopause berücksichtigt.
Warum es wichtig ist
Frauen machen fast zwei Drittel der Alzheimer-Patienten aus, doch die meisten Forschungen konzentrieren sich ausschließlich auf die Menopause. Diese Studie legt nahe, dass auch frühe hormonelle Ereignisse die Gehirnalterung beeinflussen. Dies zu verstehen, könnte eines Tages Strategien zur Unterstützung der kognitiven Gesundheit ermöglichen, obwohl weitere Forschung erforderlich ist. Vorläufig unterstreichen die Ergebnisse, dass die reproduktive Vorgeschichte ein wichtiger Faktor für die Gehirnalterung ist.
Was Sie tun können
- Verfolgen Sie Ihre reproduktive Vorgeschichte. Wenn Sie Ihren eigenen Verlauf der Hormonexposition kennen, verstehen Sie Ihre Risikofaktoren für die Gehirngesundheit.
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Wenn Sie eine Hormontherapie oder Verhütungsmittel in Betracht ziehen, besprechen Sie mögliche langfristige Auswirkungen auf die Gehirngesundheit.
- Bleiben Sie neugierig. Verfolgen Sie die Forschung von Gruppen wie dem KU Alzheimer's Disease Research Center für aktuelle Erkenntnisse.
Quelle: Neuroscience News
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