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GLP-1-Medikamente übertönen „Food Noise“ besser als Therapie allein, zeigt Studie

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Abnehmmedikamente wie GLP-1-Rezeptoragonisten nicht nur den Appetit reduzieren – sie beruhigen die ständigen, aufdringlichen Gedanken an Essen, die viele Menschen als „Food Noise“ bezeichnen. In einer Studie mit 417 Erwachsenen erlebten diejenigen, die Medikamente mit Verhaltenstherapie kombinierten, einen signifikant stärkeren Rückgang von Food Noise als diejenigen, die nur eine Therapie nutzten.

Die Forschung

Dr. Hanim Diktas, Postdoktorandin am Pennington Biomedical Research Center der Louisiana State University, präsentierte die Ergebnisse diese Woche auf dem Europäischen Kongress für Adipositas in Istanbul, Türkei. Ihr Team untersuchte 417 Erwachsene, die an einem digitalen Gewichtsmanagementprogramm teilnahmen. 92 Teilnehmer begannen zusätzlich zum Verhaltensprogramm mit der Einnahme eines GLP-1-Medikaments (die „Med+“-Gruppe), während 325 nur das Verhaltensprogramm nutzten.

Um Food Noise zu messen, verwendeten die Forscher den validierten Food Noise Questionnaire (FNQ), einen Fünf-Fragen-Fragebogen, der aufdringliche Gedanken an Essen auf einer Skala von 0 bis 20 bewertet. Zu Beginn lag der durchschnittliche FNQ-Wert in der Medikamentengruppe bei 13,1 und in der reinen Verhaltensgruppe bei 11,5. Nach einem Monat fiel der Wert der Medikamentengruppe auf 8,7 – ein Rückgang um 4,4 Punkte – während die reine Verhaltensgruppe auf 10,4 fiel, ein Rückgang von nur 1,1 Punkten. Nach Bereinigung um die Ausgangsunterschiede zeigte die Medikamentengruppe eine um 3,0 Punkte stärkere Reduktion von Food Noise.

„Dies ist der erste empirische Beleg dafür, dass GLP-1-Medikamente Food Noise tatsächlich stärker reduzieren als eine reine Verhaltenstherapie“, sagte Dr. Diktas. Der schnelle Rückgang könnte auch als früher Indikator dafür dienen, wie gut ein Patient auf die Adipositastherapie anspricht.

Warum es für Ihr Gehirn wichtig ist

Food Noise ist nicht nur Hunger – es ist ein kognitives Phänomen. Ständige, aufdringliche Gedanken an Essen können die Aufmerksamkeit kapern, Stress erhöhen und es erschweren, gesunde Gewohnheiten beizubehalten. Diese Studie legt nahe, dass GLP-1-Medikamente teilweise wirken, indem sie die Lautstärke dieser mentalen Ablenkungen herunterdrehen. Für alle, die mit Gewicht kämpfen, könnte das Verständnis, dass diese Medikamente Gehirnschaltkreise beeinflussen – nicht nur den Magen – unsere Sichtweise auf Willenskraft und Behandlung verändern.

Was Sie tun können

Wenn Sie neugierig sind, wie Ihr eigenes Gehirn Gedanken und Gelüste verarbeitet, können Sie damit beginnen, Ihr „mentales Rauschen“ über Essen zu verfolgen. Einfaches Bewusstsein ist der erste Schritt. Während GLP-1-Medikamente verschreibungspflichtig sind und ärztliche Überwachung erfordern, können Verhaltensstrategien wie achtsames Essen und kognitives Training – wie die Übungen, die Sie auf IQ Genio finden – Ihnen ebenfalls helfen, mehr Kontrolle über aufdringliche Gedanken zu gewinnen.

Quelle: Neuroscience News

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