Neue Forschung zeigt, dass die Entwicklung komplexer stimmlicher Fähigkeiten, wie der schnellen Duette einer singenden Maus, kein größeres Gehirn oder völlig neue Regionen erfordert. Stattdessen könnte eine einfache Verdreifachung spezifischer neuronaler Verbindungen der Schlüssel sein – ein Ergebnis mit faszinierenden Implikationen für die Evolution der menschlichen Sprache.
Die Forschung
Ein Team am Cold Spring Harbor Laboratory, unter der Leitung des Doktoranden Emily Isko und des außerordentlichen Professors Arkarup Banerjee, verglich die Gehirne von Alstons singenden Mäusen (Scotinomys teguina) mit denen gewöhnlicher Labormäuse. Trotz ihres dramatisch unterschiedlichen Stimmverhaltens erscheinen die Gehirne der beiden Arten unter dem Mikroskop nahezu identisch. Aber mit einer hochmodernen Technik namens molekulares Barcoding (MAPseq) verfolgten die Forscher einzelne neuronale Verbindungen. Sie fanden heraus, dass bei der singenden Maus die Anzahl der Neuronen, die den orofazialen motorischen Kortex (der Mundbewegungen steuert) mit zwei spezifischen Regionen verbinden – dem auditorischen Kortex und dem periaquäduktalen Grau des Mittelhirns – etwa dreimal höher ist als bei Labormäusen. Die übrige Gehirnverkabelung ist im Wesentlichen gleich. Die Studie wurde in Nature veröffentlicht.
Warum es wichtig ist
Dieser 'minimalistische' Ansatz der Evolution legt nahe, dass komplexe Verhaltensweisen wie Sprache aus gezielten Verfeinerungen bestehender neuronaler Schaltkreise entstehen können, anstatt aus einer massiven Gehirnreorganisation. Diese beiden verstärkten Regionen in der singenden Maus sind auch beim Menschen zentral für die Stimmkontrolle, und Hirnbildgebungsstudien zeigen stärkere Verbindungen zwischen ähnlichen motorischen und auditiven Bereichen beim Menschen im Vergleich zu anderen Primaten. Die singende Maus könnte also eine evolutionäre Abkürzung nachspielen, die unseren Vorfahren den Weg zur Sprache ebnete.
Was Sie tun können
Auch wenn Sie nicht über Nacht neue Gehirnverkabelung entwickeln können, zeigt diese Forschung die bemerkenswerte Fähigkeit des Gehirns zu gezielten Veränderungen. Sie können Ihre eigenen kognitiven Verbindungen fördern, indem Sie neue Fähigkeiten erlernen, komplexe Aufgaben wie das Spielen eines Instruments oder das Sprechen einer neuen Sprache üben und Aktivitäten nachgehen, die präzise Koordination erfordern – diese können die beteiligten neuronalen Bahnen stärken.
Quelle: Neuroscience News
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