Startseite · Blog · Forschung

Alzheimer-Medikamente, die Amyloid entfernen, helfen möglicherweise nicht – und erhöhen Hirnrisiken

Alzheimer-Medikamente, die Amyloid entfernen, helfen möglicherweise nicht – und erhöhen Hirnrisiken

Medikamente, die Amyloid Beta aus dem Gehirn entfernen sollen – einst als vielversprechender Weg zur Verlangsamung von Alzheimer angesehen – könnten Patienten auf keine sinnvolle Weise helfen, so eine große Überprüfung von über 20.000 Teilnehmern. Noch besorgniserregender ist, dass sie das Risiko von Hirnschwellungen und Blutungen erhöhen können, manchmal ohne offensichtliche Symptome.

Die Forschung: Ein breiter Blick auf Anti-Amyloid-Medikamente

Die neue Analyse, veröffentlicht von Cochrane, kombinierte Ergebnisse aus 17 klinischen Studien mit 20.342 Teilnehmern mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder früher Alzheimer-Demenz. Unter der Leitung von Neurologe und Epidemiologe Francesco Nonino am IRCCS Institut für Neurologische Wissenschaften in Bologna, Italien, zielte die Überprüfung darauf ab, festzustellen, ob die Entfernung von Amyloid-Beta-Plaques – lange als Hauptverursacher von Alzheimer angesehen – tatsächlich den kognitiven Verfall verlangsamt.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Die Auswirkungen von Anti-Amyloid-Medikamenten auf den Gedächtnisverlust und die Schwere der Demenz waren entweder nicht vorhanden oder extrem gering. Tatsächlich lagen die gemessenen Effekte weit unter der Schwelle, die für Patienten als klinisch bedeutsam gilt. „Leider deuten die Beweise darauf hin, dass diese Medikamente für Patienten keinen sinnvollen Unterschied machen“, sagte Nonino.

Abgesehen vom fehlenden Nutzen identifizierte die Überprüfung Sicherheitsbedenken. Anti-Amyloid-Medikamente wurden mit einer höheren Wahrscheinlichkeit von Schwellungen und Blutungen im Gehirn in Verbindung gebracht. In vielen Fällen waren diese Veränderungen nur auf Gehirnscans sichtbar und verursachten keine offensichtlichen Symptome, aber die langfristigen Folgen bleiben ungewiss.

Warum dies für Ihr Gehirn wichtig ist

Diese Überprüfung stellt die dominierende „Amyloid-Hypothese“ in Frage, die die Alzheimer-Forschung seit Jahrzehnten leitet. Während die Medikamente den Amyloidspiegel im Gehirn tatsächlich senken, führt diese Senkung nicht zu besseren Ergebnissen für die Patienten. Seniorautor Edo Richard, Professor für Neurologie am Radboud University Medical Centre, stellte fest: „Angesichts des Fehlens einer Korrelation zwischen Amyloid-Entfernung und klinischem Nutzen müssen wir andere Wege erforschen, um dieser verheerenden Krankheit zu begegnen.“ Für jeden, der sich für Gehirngesundheit interessiert, ist dies eine Erinnerung daran, dass einfache Plaque-Entfernung kein Allheilmittel ist – und dass unbewiesene Behandlungen versteckte Risiken bergen können.

Was Sie tun können

Obwohl diese Ergebnisse ernüchternd sind, unterstreichen sie die Bedeutung bewährter Lebensstilfaktoren für die Gehirngesundheit: regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung (wie die mediterrane Ernährung), geistige Anregung, guter Schlaf und soziale Aktivitäten. Sich über evidenzbasierte Forschung zu informieren, hilft Ihnen, klügere Entscheidungen für Ihr kognitives Wohlbefinden zu treffen.

Quelle: ScienceDaily Mind & Brain

Neugierig auf Ihr eigenes Gehirn? Machen Sie unseren kostenlosen adaptiven IQ-Test oder probieren Sie 306 Gehirntrainingslevel.

Neugierig auf Ihren eigenen IQ?

Machen Sie unseren kostenlosen, wissenschaftlich konzipierten adaptiven Test über 7 kognitive Bereiche. Keine Anmeldung erforderlich.

Kostenlosen Test starten